Sie rettete eine kleine Schlange von der Straße – und fand sie einige Tage später in ihrem Bett wieder

Die Hitze war unerträglich. Maria ging auf dem Feldweg nach Hause, in der Hand eine Tüte mit Lebensmitteln, im Gesicht Müdigkeit und Schweiß. Der Tag war lang gewesen, erfüllt vom Zirpen der Zikaden, und sie sehnte sich nur nach einer Dusche und etwas Schatten.

Aber an der Straßenbiegung sah sie einen dünnen schwarzen Streifen. Sie dachte, es sei ein Ast, aber er bewegte sich.

Eine kleine Schlange. Trocken, verbrannt, offensichtlich erschöpft. Sie kroch langsam, als würde ihr jeder Zentimeter Mühe bereiten.

Maria hatte Schlangen nie gemocht, aber in diesem Moment tat sie ihr leid. Sie fand einen Stock und schob die Schlange vorsichtig an den Straßenrand. Dann zog sie ihren Handschuh aus, hob sie mit der Hand auf – ein heißer Körper, glatt, lebendig. Sie trug sie in den Schatten und goss Wasser aus einer Flasche in den Deckel.

Ich stand einfach eine Minute lang daneben. Die Schlange schien die Kühle zu spüren, hob den Kopf, machte ein paar Bewegungen und verschwand im Gras. Maria lächelte und ging nach Hause.

Nach ein paar Tagen hatte sie das Ganze schon vergessen.

Und dann wachte sie nachts auf. Stille, nur das schwache Licht der Laterne vor dem Fenster und ein Rascheln. Leise, sanft, als würde sich jemand auf dem Laken bewegen.

Sie richtete sich auf, lauschte – und das Geräusch wiederholte sich. Ganz in der Nähe.
Sie senkte langsam ihre Hand – und spürte eine Bewegung unter ihrer Handfläche.

Sie schrie auf und warf die Decke zurück. Auf dem weißen Laken wand sich eine Schlange – dieselbe, winzig, aber jetzt größer. Glatt, glänzend, ruhig.

Maria erstarrte. Sie zischte nicht, griff nicht an – sie lag einfach da, zu einem Ring zusammengerollt. Als wäre sie nicht gekommen, um Angst zu machen.

Maria öffnete zitternd das Fenster und schob sie langsam mit einem Kissen hinaus. Die Schlange kroch gehorsam über die Fensterbank und verschwand in der Dunkelheit des Gartens.

Am Morgen fand Maria vor der Haustür eine kleine Schlangenhaut. Sie war frisch. Und aus irgendeinem Grund verspürte sie keine Angst, sondern ein seltsames Gefühl, als hätte ihr jemand gedankt.

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