Paris wurde von einem plötzlichen Regen überrascht.
Warm, sommerlich — einer von denen, vor denen man sich nicht versteckt, sondern lacht und einfach losläuft, wohin der Weg führt.
Emma ging an der Seine entlang, ohne Schirm, in einem leichten Mantel und mit einer Tasse Kaffee in der Hand, als die ersten Tropfen auf das Pflaster fielen.
Eine Minute später öffnete sich der Himmel — das Wasser strömte in Bächen herab.
Die Menschen suchten Schutz unter Bäumen, in Cafés, unter Bögen.
Auch sie rannte — direkt zum Eiffelturm, von dessen Eisenstreben das Wasser wie ein Wasserfall hinabfloss.
An der Treppe blieb sie stehen — und plötzlich wurde es über ihrem Kopf trocken.
Jemand stand neben ihr und hielt einen Regenschirm.
— Sie werden nass, — sagte eine Stimme mit leichtem Akzent.
Emma hob den Blick — vor ihr stand ein Mann im grauen Mantel, mit leicht zerzausten Haaren und dem ruhigsten Gesichtsausdruck der Welt.
— Ich bin schon nass, — lachte sie.
Er lächelte ebenfalls.
So, als wäre dieser Regen kein Hindernis, sondern ein Grund, noch ein wenig länger zu bleiben.
Sie standen unter dem Schirm, blickten zum grauen Himmel und auf die verschwommenen Lichter des Cafés gegenüber.
Das Gespräch ergab sich von selbst — über Kaffee, über Musik, darüber, dass ihre Turnschuhe durchnässt waren und seine Hand, die den Schirm hielt, ebenfalls.
Der Regen dauerte lange.
Doch als er aufhörte, waren sie traurig, dass er vorbei war.
— Nun gut, — sagte Emma, — danke für das Dach über meinem Kopf.
— Das war der schönste Regen seit Langem, — antwortete er.
Sie drehte sich zum Turm um, und als sie wieder hinsah — war er verschwunden.
Nur der Schirm war geblieben, an das Geländer gelehnt.
Emma hob ihn auf, um ihn zurückzugeben, und bemerkte plötzlich: auf dem hölzernen Griff, fein und unregelmäßig, als wäre es mit einem Schlüssel eingeritzt — Zahlen.
Eine Telefonnummer.
Sie lächelte.
Der Regen begann erneut zu nieseln, und sie öffnete den Schirm.
Diesmal — ihren eigenen.
